Keine Punkte im Osternest

Herren

Personell gebeutelt, hart gekämpft, kein Glück

So einiges sprach für ein erfolgreiches Osterwochende (2 Heimspiele vor über 100 Zuschauern, schönes Wetter und der absolute Wille eine Reaktion auf die Niederlage gegen Altlandsberg zu zeigen),
aber leider gab es auch einen nicht unerheblichen Grund der dagegen sprach: Der dünne Kader.

Aber der Reihe nach. Samstag war die SpG Tauche/Ahrensdorf zu Gast, Hennickendorf bekam für dieses Spiel aufgrund einer kurzfristigen Krankmeldung gerade so 11 Mann zusammen, darunter 2 Torhüter. So kam es, dass der Stammtorhüter Dudziak im Sturm ranmusste und keine Wechsel während der Partie möglich waren.

Auf dem Platz machte sich das spielerisch schon bemerkbar, aber keiner der Anwesenden wollte das als Ausrede gelten lassen und so war jeder bemüht sein Bestes zu geben.
Der große Aufreger der Partie fand ungefähr nach 20 Minuten statt. Nach einem Solo von Sorek wurde dessen Schuss im Strafraum vom Verteidiger mit beiden hochgerissenen Händen abgewehrt, der fällige Elfmeterpfiff blieb aber aus. Ob der Elfer reingegangen wäre und wie das Spiel mit einer möglichen Führung im Rücken verlaufen wäre, lässt sich leider nicht sagen. So blieb es vorerst torlos.
Knapp 10 Minuten später fiel dann der Treffer auf der anderen Seite. 2 Verteidiger stiegen hoch zum Kopfball und behinderten sich dabei gegenseitig, sodass der Ball beim Gegner landete, der nochmal per Kopf zum besser postierten Mitspieler abgelegte, der dann nur noch einschieben brauchte.
Anders als in den letzten Spielen erholte sich der HSV von diesem Treffer besser und ließ diesmal keinen Doppelschlag zu. Im Gegenteil, es wurden viele gute Chancen erarbeitet, aber das nötige Glück beim Abschluss blieb leider aus.

Und wenn man sie vorne nicht macht, dann kriegt man sie hinten... In der 65. Minute bekommt man den Ball nicht geklärt und legt ihn dem Gegner quasi vor die Füße, Voß hatte keine Mühe auf 0:2 zu erhöhen.
Keine 5 Minuten später leistete man sich den nächst Lapsus. Langer Ball von Tauche, Laufduell zwischen Noffke und Liske, Köppe kommt aus dem Kasten, aber unterschätzt den Ball, Noffke vertraut, dass Köppe den Ball trifft, Liske spekuliert, läuft allein aufs leere Tor zu und erhöht auf 0:3.

Auch mit diesem Spielstand gab sich der HSV noch nicht auf und warf alles nach vorne. Chance um Chance wurde nicht genutzt und so blieb es beim bitteren 0:3.

Viel Zeit zum Regenerieren blieb nicht. Keine 48 Stunden später begann das nächste Nacholspiel gegen die Gäste vom VfB Steinhöfel. Das Wetter war perfekt, es waren noch mehr Zuschauer vor Ort, aber die Personaldecke war nur minimal besser. Immerhin konnte der Stammtorhüter Dudziak wieder zwischen die Pfosten, aber auf der Bank sah es wieder mau aus. Lediglich der Ersatzkeeper Köppe nahm zunächst darauf Platz. Zur zweiten Halbzeit schaffte es dann noch Teske dazuzukommen.

Auf dem Feld war von der kurzen Pause nichts zu sehen. Die Hennickendorfer bestimmten klar und deutlich die Partie. Nach 20 Minuten hatte B. Kulla bereits 3 erfolgversprechende Abschlüsse zu verzeichnen, von Steinhöfel kam bis dato noch kein gefährlicher Abschluss zustande. In der 24. Minute dann die vermeintliche Erlösung. Nach einem Freistoß von B. Kulla landete der zweite Ball bei Grimm, der von der 16er Kante den Ball ins leere Eck vollendete. Als Steinhöfel dann anstoßen wollte, folgte die Ernüchterung. Der Linienrichter (der 3 Spiele in Folge mit von der Partie war (gegen Altlandsberg Hauptschiedsrichter, gegen Tauche und Steinhöfel an der Linie)) war wieder der Meinung in das Spiel eingreifen zu müssen. Seiner Ansicht nach habe ein Hennickendorfer Spieler dem Torwart beim Schuss von Grimm im Abseits stehend die Sicht versperrt. Dass der Spieler im Abseits gestanden haben könnte, wäre durchaus nachvollziehbar gewesen, aber der Abschluss ging ins völlig leere Eck, sodass von einer Sichtversperrung absolut keine Rede gewesen sein konnte. Zumal bei der Klärung des ersten Balls auch noch ein Handspiel des Abwehrspielers reklamiert wurde. Also maximal unglücklich diese Entscheidung aus Sicht des HSV.
Es folgten weitere Großchancen durch Heyse in der 28. Minute und Noffke in der 34. Minute, zur Pause hätte es auch ohne die strittige Situation gut und gerne 3:0 stehen können. Stattdessen gab es vor der Pause noch einen Dämpfer. Nach einem Einwurf wurde der Ball ungenau in die Mitte gespielt, wo Steinhöfel den Ball eroberte und einen Angriff einleitete, den Hennickendorf einfach nicht geklärt bekam. M. Binder war der Nutznießer und traf zum 0:1 Pausenstand.

Aufgrund des Chancenübergewichts der Hausherren fragten sich alle, inklusive der Gäste selbst, wie Steinhöfel hier in Führung liegen konnte.
Die Gäste kamen etwas besser aus der Kabine und die Spieler des HSV brauchten einige Minuten, um wieder in die Partie zu finden.
Dann folgten aber wieder weitere hochkarätige Chancen durch Grimm in der 62. Minute mit einem Kopfball ans Außennetz und nur eine Minute später ein Abschluss von B. Kulla, der eigentlich das 1:1 hätte bringen müssen.
Im Gegenzug fiel dann das 0:2. Nach einem langen Ball kam es beim Luftzweikampf zu einem mutmaßlichen Stürmerfoul, welches aber nicht geahndet wurde. Die Situation selbst war recht undurchsichtig, sodass der Ball auf einmal vor den Füßen von Tracz lag, der ins lange Eck einschob und selbst unsicher wirkte ob der Treffer nun zähle oder nicht. Hier hätte der Linienrichter auch mal eingreifen können, aber ihm war wohl die Sicht versperrt...

Die Hennickendorfer stemmten sich gegen die drohende Niederlage und kämpften weiter für einen eigenen Treffer, aber wie heißt es so schön: "Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh".

In der 80. Minute kam es zum Schreckmoment der Partie. Der eingewechselte Teske verletzte sich in einem Zweikampf so schwer, dass er minutenlang auf dem Platz behandelt und dann ausgewechselt werden musste. Später musste sogar der Rettungswagen kommen. Aktuell kann noch keine Aussage über die Schwere der Verletzung getroffen werden. Wir drücken ganz fest die Daumen, dass er sich schnell wieder erholt.

Symptomatisch für die Partie musste sich der Linienrichter wieder ins Rampenlicht stellen, indem er den Schiedsrichter zu sich bat, um ihn mitzuteilen, dass Teske vor dem Zweikampf gehalten hat. So ging es unverständlicherweise mit Freistoß für Steinhöfel an der 16er Kante, statt mit Freistoß für Hennickendorf weiter, der aber nichts einbrachte.

Ebenfalls symptomatisch war dann auch der Anschlusstreffer in der 84. Minute. Ausgerechnet der für Teske notgedrungen eingewechselte eigentliche Ersatztorhüter Köppe fasste sich ein Herz und schoss aus gut 25 Metern aufs Tor. Der stramme Abschluss wurde noch von Rattey richtungsändernd abgefälscht und fand so seinen Weg ins rechte Toreck. Offiziell wird der Treffer zwar als Eigentor gewertet, aus unserer Sicht gehört er aber Köppe, da es keine aktive Bewegung von Rattey gab.
Aufgrund der langen Verletzungsunterbrechung gab es 7 Minuten Nachspielzeit in der der HSV alles nach vorne warf, aber es leider nicht mehr schaffte eine der Chancen zu nutzen.
Normalerweise darf man dieses Spiel absolut nicht verlieren und kämpferisch, sowie von der Moral kann man sich kaum einen Vorwurf machen, aber so ist Fußball.

Tabellarisch haben die beiden Niederlagen natürlich eine Auswirkung, die allen bewusst machen muss, dass es jetzt vor allem um den Klassenerhalt geht. Aktuell steht der HSV auf dem 7. Rang mit 25 Punkten. Auf den ersten möglichen Abstiegsplatz sind es nur noch 3 Punkte Abstand.

Mit Fredersdorf/Vogelsdorf ist am nächsten Spieltag ein Gegner zu Gast, den es gilt auf Abstand zu halten. In der Hinrunde war es das Spiel mit dem die lange Ungeschlagen-Serie gestartet wurde. Wir hätten nichts dagegen solch eine Serie erneut zu starten.

Wir möchten uns auch nochmal ausdrücklich für die vielen Zuschauer bei diesen Spielen bedanken und hoffen, dass ihr auch beim nächsten Heimspiel wieder dabei seid.


Schreibe einen Kommentar

Nächste News Doppelheimspiel zu Ostern

Sponsoren & Partner

HSV 90