Aufholjagd wird nicht belohnt
Zu viele individuelle Fehler besiegeln Niederlage
Zum letzten Heimspiel der Saison fanden rund 60 Zuschauer den Weg zum Sportplatz am Stienitzsee. Das Wetter war überwiegend sonnig und von den Temperaturen gerade noch im erträglichen Bereich.
Die erste Halbzeit bot nur wenige Highlights. Hennickendorf hatte deutlich mehr Spielanteile, da Seelow erst ab der Mittellinie presste. Dadurch ergaben sich gerade im Spielaufbau mehr Räume. Seelow lauerte auf Abspielfehler und ging bei Ballgewinnen gradlinig aufs Tor zu. Einer dieser Abspielfehler ereignete sich kurz vor der Pause. Sorek bekam den Ball im Spielaufbau auf der linken Seite, wollte abbrechen und über Nolte neu aufbauen. Sein Pass war allerdings so unsauber, dass er für Nolte nicht zu erreichen war. Stattdessen spekulierte der Seelower Stürmer Thorein und hatte nur noch Dudziak vor sich, der den Rückstand leider nicht mehr verhindern konnte.
So ging es mit einem unglücklichen 0:1 in die Pause.
Und das Unglück nahm in der zweiten Halbzeit weiter seinen Lauf. Wieder war es Sorek, der sich einen folgenschweren Patzer erlaubte. Bei einem langen Ball ging er nur halbherzig entgegen und legte per Kopf quasi Bleschke den Ball vor die Füße, der in der 48. Minute zum 0:2 abschloss. Und auch am 0:3 war Sorek, der einen rabenschwarzen Tag erwischte beteiligt. Sein Steilpass auf Mittelstädt war etwas zu scharf, sodass die Ballkontrolle fehlschlug und Seelow schnell in die Spitze auf Thorein spielte, der per Distanzschuss ins rechte Eck zum zweiten Mal an diesem Tag traf.
Wenig später erlöste der Trainer den Unglücksraben und brachte mit Karwowski einen Spieler für die Offensive. Dieser brauchte nur eine Minute um zum 1:3 Anschluss zu treffen und die Aufholjagd zu starten. Nach einer schönen Kombination landete der Ball im 16er bei Karwowski, der direkt einnetzte. Die Mannschaft spürte, dass das Spiel keineswegs schon verloren war und bewies eine starke Moral. In der 71. Minute traf Grimm per Flugkopfball zum 2:3 und plötzlich war das Unentschieden zum Greifen nah. Und es dauerte auch keine 10 Minuten bis B. Kulla per Distanzschuss den Ausgleich bescherte. Die Mannschaft wollte aber mehr und trug den Ball direkt zum Anstoßpunkt, denn es waren ja noch 10 Minuten zu spielen.
Seelow hatte sich während der 3 Gegentore aber scheinbar genug ausgeruht und zerschlug umgehend die Hennickendorfer Illusion einen 0:3 Rückstand in einen Sieg umzuwandeln. Einen Stellungsfehler in der Hennickendorfer Abwehr nutzte Thorein in der 81. Minute zum 3:4 und vollendete damit seinen Hattrick. Und es kam noch dicker. Ein weiterer individueller Fehler sorgte nur eine Minute später für die Entscheidung durch Taha.
Ein weiteres Aufbäumen sorgte in den letzten Minuten nicht mehr für die erhofften Tore. An diesem Tag hat sich der HSV selbst geschlagen. Zusätzlich zu den Geschenken, die man hinten verteilte, fehlte vorne das ein oder andere Mal die Kaltschnäuzigkeit oder auch das nötige Glück.

Glücklicherweise spielte das Ergebnis für die Hennickendorfer keine große Rolle mehr. Man verlor zwar den 6. Platz an Storkow, aber befindet sich einen Spieltag vor Schluss auf einem gesicherten Platz im Tabellenmittelfeld. Mit einem Sieg hätte man Platz 4 am letzten Spieltag noch in den eigenen Händen gehabt. So ist höchstens noch Platz 5 im Bereich des Möglichen, vorausgesetzt, dass man das letzte Spiel gegen Schöneiche gewinnt und sowohl Storkow (gegen Rehfelde) als auch Tauche (gegen Steinhöfel) nicht gewinnen.
Wir bedanken uns bei den Zuschauern für die Unterstützung und freuen uns schon auf die nächsten Heimspiele in der neuen Saison mit euch.